Mirak-Weissbach Foundation

Projekte 2016



Anahit Tsitsikyan Musikschule feiert die neuen Blasinstrumente!!!

Jerewan, 25.April 2016 – In Anwesenheit von Muriel Mirak-Weißbach feierten Schüler, Lehrer, Eltern und Gäste der Anahit Tsitsikyan-Musikschule die neuen Blasinstrumente, die vor wenigen Wochen in Jerewan eingetroffen waren – mit einem Konzert. Nach einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Genozids von 1915 eröffnete ein junges Mädchen mit einem Klaviersolo das Konzert. Sie war im vergangenen Jahr mit ihrer Familie aus Syrien geflohen und hatte hier in Jerewan ein neues Zuhause gefunden. Danach stellten Schüler und Lehrer das ganze breite Spektrum der Musikarbeit der Schule vor: Als Solisten, mit Klavierbegleitung oder im Ensemble, als Solosänger oder in verschiedenen Chorformationen kamen Werke traditioneller armenischer Volksmusik und klassischer europäischer Musik zum Vortrag. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der Klarinettist und das Kanoon-Ensemble, weil hier 2 der neuen gespendeten Instrumente zum Einsatz kamen. Wie die Direktorin der Schule, Diana Hovhannisyan in einem Vorgespräch sagte, könnten noch nicht alle neuen Instrumente präsentiert werden, weil ja bisher noch kein Unterricht für Trompete, Saxophon oder Flöte hätte gegeben werden können. Aber sie versprach, daß bei unserem nächsten Besuch ein richtiges Bläserensemble zu hören sein werde. Der Enthusiasmus, die Freude und der Stolz der Schüler waren überwältigend. Als besondere Zugabe präsentierte der 5-jährige Volodya Sargsyan, der auch im gemischten Chor schon aufgetreten war, eine Solo-Session auf seiner Trommel.
Bild 10 Volodya
Volodya, der 5-jährige Trommler in seinem Element.


Sowohl Diana Hovhannisyan als auch Jemma Safaryan, die Leiterin der Spendenaktion der Organisation AYO! bestätigten, daß die neuen Instrumente schon jetzt bei Schülern und Lehrern einen neuen Schub an Begeisterung und Eifer gegeben hätten.




Mirak-Weißbach-Stiftung vermittelt Übergabe wertvoller Notensammlung an das Komitas-Konservatorium in Jerewan

Jerewan, 26.April 2016 – Während ihrer diesjährigen Armenienreise wurde das Ehepaar Weißbach warmherzig von Professor Navoyan und Rektor Schahin Schahinyan am staatlichen Komitas-Konservatorium empfangen.
Bild 11 - Komitas-Statue
Komitas Statue vor dem Konservatorium in Jerewan.


Wenige Tage zuvor war die Sammlung wertvoller Noten aus dem Nachlaß des Wiesbadener Pianisten und Dirigenten Bernhard Scheidt in Jerewan eingetroffen, die Ende März aus Wiesbaden auf dem Landweg nach Jerewan verschickt worden war. Gespannt und interessiert hörten beide die Geschichte hinter der großartigen Spende, die mit Dankbarkeit und Wertschätzung aufgenommen wurde. Im Oktober 2015 war Bernhard Scheidt in Wiesbaden in hohem Alter verstorben. Aus seiner langjährigen Arbeit als Pianist, Dirigent und vor allem als Musikpädagoge hatte er eine immense Bibliothek an Musikliteratur, vor allem für Klavier und Orchester angesammelt. Seine langjährige Lebensgefährtin Sabine Meerwein, selbst professionelle Sängerin, hatte sich gefragt, was aus diesen Materialien werden solle. Im Dezember 2015 war sie dann auf einen Artikel über die Mirak-Weißbach-Stiftung im Wiesbadener Kurier gestoßen und hatte von der Arbeit der Stiftung für Musikschulen erfahren. Sie kontaktierte die Weißbachs, um auszuloten, inwieweit die Noten für Musik-Hochschulen in Armenien interessant sein könnten. Es folgten viele Telefonate mit Vertretern der armenischen Botschaft in Berlin, mit armenischen Musikern in Deutschland und Armenien und natürlich auch mit dem Konservatorium in Jerewan selbst. Es wurde schnell klar, daß diese Noten nur für eine Institution wie das Komitas-Konservatorium und für dessen Musikausbildung auf höchstem Niveau interessant und nützlich sein würden. So wurde das Notenmaterial schließlich von Frau Meerwein der Mirak-Weißbach Stiftung zur Sichtung, Katalogisierung und letztendlich zur Verpackung, Versendung und Übergabe an das Konservatorium gespendet.


Bild 12 Noten in Wiesbaden abgeholt
Palette der Noten bei der Abholung in Wiesbaden.


Rektor Schahinyan und Professor Navoyan waren interessiert, alles über Bernhard Scheidt und die Spenderin Sabine Meerwein zu erfahren. Die Noten sollen nämlich in einem besonderen Bestand der riesigen Bibliothek unter dem Namen Bernhard Scheidt/Sabine Meerwein untergebracht werden. Tatsächlich ist der berufliche Werdegang und die Lebensleistung Bernhard Scheidts beeindruckend. In einer Kurzbiografie hat Sabine Meerwein das Wesentliche folgendermaßen zusammengefaßt: „Seine herausragende Tätigkeit als Pädagoge lebt in zahlreichen heute öffentlich wirkenden und konzertierenden Schülern weiter. Bernhard Scheidts Vermächtnis besteht in der Weitergabe und Vermittlung der deutschen und europäischen Interpretationskultur, die er aufgrund persönlicher Bekanntschaften mit exorbitanten Interpreten wie Maria Callas, Wilhelm Furtwängler, Pablo Casals, Wilhelm Kempff, Pierre Monteux seinen Schülern weiterzugeben imstande war“.
Wir und die Leitung des Komitas-Konservatoriums in Jerewan können dem jetzt hinzufügen, daß Bernhard Scheidt diese Tradition auch durch seine Noten von Werken der größten europäischen Komponisten an die armenischen Studenten in Jerewan weitergibt.




Ein neues, gebrauchtes Klavier für die Musikschule in Gegaschen!

Jerewan, 26.4.2016 – Gegaschen ist ein kleines Dorf einige Kilometer außerhalb Jerewans. Aber es besitzt wie viele kleine Dörfer in Armenien eine Musikschule, an der Kinder und Jugendliche für einen kleinen monatlichen Beitrag Musikunterricht erhalten können. Obwohl der Beitrag von 4 Euro für armenische Verhältnisse schon sehr viel ist, hat die Schule Zulauf und entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Institution in Gegaschen. Die Leiterin der Musikschule hatte von der Mirak-Weißbach-Stiftung und ihrer Unterstützung für die Musikarbeit in Armenien gehört, so war sie nach Jerewan gekommen, um die Weißbachs zu treffen. Das Hauptanliegen: Eine Spende für ein neues Klavier für den Vortragssaal der Schule. Ein preisgünstiges Klavier war schon gefunden, es fehlte nur noch das Geld. So war die Leiterin der Schule Mariam Kazaryan froh und dankbar zu hören, daß die Mirak-Weißbach Stiftung hier helfen wolle. - Das Geld ist inzwischen auf dem Konto der Schule eingetroffen, das Klavier kann also noch im Mai an die Schule ausgeliefert werden. [Aktualisierung 9/7/2016]





Neue Instrumente für die Anahit Tsitsikian Musikschule

Students at the Anahit Tsitsikian music school

Studenten der Anahit Tsitsikian Musikschule verloren keine Zeit, die neuen Blasinstrumente auszuprobieren, die im März 2016 eintrafen.

Students at the Anahit Tsitsikian music school
Students at the Anahit Tsitsikian music school

Im März 2016 kamen 8 nagelneue Blasinstrumente bei der Anahit Tsitsikian Musikschule in Eriwan an. Die jeweils 2 Flöten, Klarinetten, Trompeten und Saxophone konnten durch eine Spendenaktion der Organisation AYO! gekauft worden. Die Mirak-Weissbach-Stiftung hatte von der Aktion durch den Fund for Armenian Relief (http://farusa.org) erfahren und $1,000 beigesteuert.

Die Anahit Tsitsikian Schule war 1987 gegründet und 2007 nach der berühmten Geigerin benannt worden. In Eriwan ist sie eine der wenigen Schulen, die für Schüler aus dem Stadtteil da ist. In den vergangenen Jahrzehnten hat sie sich den Ruf einer Schule von hoher Qualität erworben, weil viele ihrer Schüler Auszeichnungen gewonnen haben und es bis zum Studium in Armenien und im Ausland gebracht haben. 2014 ermöglichten die Organisationen “Helfende Hände” der US-Botschaft und das “Fuller Center for Housing Armenia” die Renovierung der Aula, ein großes Projekt. Ein völlig neuer Boden mußte verlegt warden, so daß die Halle jetzt wieder für Konzerte genutzt warden kann. Die Schule war mit Streichinstrumenten und Klavieren gut bestückt, es fehlten Blasinstrumente, denn die meisten Schüler konnten sich eigene Instrumente nicht leisten. Ende 2014 kündigte AYO! (https://weareayo.org/music-school/) eine Kampagne an, Spenden für die Instrumente zu sammeln. Zur Einweihung der neuen Konzert-Halle schrieb AYO!: “Die Schule hat jetzt einen wunderbaren Raum für die Aufführungen und großartig motivierte Studenten und Lehrer. Was könnte noch fehlen? – Instrumente!”

Zufällig wurden die Spendensammler auf ein günstiges Angebot an Blasinstrumenten im Internet aufmerksam und konnten die Instrumente sehr preiswert erwerben. Mit dem gesparten Geld konnten sogar noch 120 Stühle für den Konzertsaal gekauft warden. So haben jetzt alle Familien und Freunde bei den Konzerten angemessene Sitzplätze.
ANAHIT TSITSIKIAN
tsitsikian
Anahit Tsitsikian (1926–1999) wurde im russischen Leningrad (heute St. Petersburg) geboren. Nach ihrem Studium bei Professor Karp Dombayev am staatlichen Konservatorium in Eriwan (1946–1950), gewann sie ein Stipendium und erlangte 1954 ihre Meisterreife am staatlichen Konservatorium in Moskau. Schon als Kind hatte sie angefangen, solistisch und mit Symphonieorchestern zu konzertieren. Anfang 1961 war sie die erste Solopianistin an der Armenischen Philharmonie. Sie gab Konzerte in allen sowjetischen Republiken und in 27 Ländern der Welt und produzierte 4 Schallplatten bei der Plattenfirma Melodiya.
Ihr Repertoire umfaßte vor allem Musik zeitgenössischer Komponisten, deren Werke sie beeinflußte, herausgab und zur Premiere brachte. 1950 begann sie, am staatlichen Konservatorium in Eriwan zu unterrichten. Dort führte sie 3 neue Vorlesungsreihen ein: “Die Geschichte und Theorie der Streichinstrumente”, “Geschichte der armenischen Aufführungskunst”, und “Praxis der Musikausbildung”. Schon als Studentin hatte sie ihre Forschung über die Geschichte der Streichtechniken und Musikarchäologie begonnen, ein Forschungsfeld, das sie in Armenien begründete. Sie nahm an vielen internationalen, wissenschaftlichen Konferenzen teil. Ihre Studien wurden in Armenien und international veröffentlicht.
In ihrer künstlerischen Karriere gab sie über 1000 Konzerte, archivierte Musik in 60 Aufnahmen und schrieb mehr als 300 Artikel und Skripte für Radio und Fernsehen.
Sie war Mitglied in vielen regionalen und internationalen Organisationen, u.a. der armenischen Komponistenvereinigung, der Union sowjetischer Komponisten, der armenischen Theaterunion, der Journalistenvereinigung, des Frauenkomitees der UdSSR, des AOKS (das kulturelle Verbindungskomitee zum Ausland), des Komitees “Geschichte der Weltkultur” an der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion, der weltweit-wissenschaftlichen Vereinigung für historische Archäologie u.a.
Anahit Tsitsikian verstarb am 2. Mai 1999 und noch im selben Jahr wurde die “Anahit Kultur-Stiftung” gegründet. Sie soll ihre Arbeit fortsetzen und ihre Lebensträume verwirklichen. Die Stiftung will die armenische Musik fördern, indem sie Musiker in ihrer professionellen Ausbildung und Arbeit unterstützt, Kulturprogramme und Veranstaltungen organisiert und die Integration armenischer Musik in das international Musikleben voranbringt. (Zusammengestellt von http://anahitmusicschool.com/?page_id=213)